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Eine Tagung, zehn Vorträge und der Wunsch, die Inhalte nicht ausschließlich den rund 150 Teilnehmern, sondern allen Interessierten zugänglich zu machen – dauerhaft. Das schreit geradezu nach einer Videoaufzeichnung. Für den Mitschnitt der Konferenz aufbruch. museen und web 2.0, die am 20. April in München stattfand, hatte Panasonic mir zwei Camcorder zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank dafür! Meine Wünsche waren ziemlich eindeutig: lichtstark, externer Mikrofoneingang und Kopfhöreranschluss fürs Monitoring. Zum Einsatz kamen die Camcorder HC-X900M und HC-X909. Also die beiden Spitzenmodelle in ihrer Klasse. Und, to tell a long story short: Sie haben ihren Job mit Bravour gemeistert.

Und das trotz erschwerter Bedingungen. Denn, man kennt das ja: Die Referenten zeigen Powerpoint-Präsentationen, Vortragsräume sind daher in aller Regel ziemlich dunkel. Dank der Lichtstärke beider Panasonic-Geräte war das jedoch kein Problem – die Qualität der Aufnahmen ist ausgezeichnet, selbst im Tele-Bereich. Das Leica-Dicomar-Objektiv leistet in Verbindung mit dem 3mos da gute Dienste. Probleme gab es mit dem Ton, das lag aber nicht an den Camcordern, sondern am Veranstaltungsraum. Eine direkte Abnahme über die Soundanlage war nicht möglich (wer plant denn solche Anlagen???), und der Raum – das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert – wies ein Kreuzgewölbe, Steinboden und glatte Wände auf. Hallo Hall Hall hall hall hall … Lösung war ein Richtmikrofon, das, auf einem Leuchtenstativ montiert, direkt auf einen Lautsprecher der Beschallungsanlage gerichtet wurde (Abstand etwa 50 cm). Nicht optimal, aber mit ein klein wenig regeln am Camcorder war und ist das Ergebnis ok. Übrigens war auch der mit dem zweiten Camcorder über das eingebaute Mikrofon aufgenommene Ton sehr gut, aufgrund des doch starken Halls im Raum habe ich mich jedoch für die andere Tonspur entschieden.

Zwei Camcorder kamen deshalb zum Einsatz, um nicht nur den Referenten, sondern gelegentlich auch eine Totale zeigen zu können. Wichtig dabei: Der Camcorder, der den Referenten zeigt, sollte auf jeden Fall auch den für die Verwendung vorgesehenen Ton aufzeichnen. Sonst kommt man später bei der Synchronisierung unnötig ins Schwitzen.
Besonders zu schätzen gelernt habe ich die problemlos zu bedienenden manuellen Einstellmöglichkeiten beider Camcorder (über Display und Drehring). Denn bei wechselnden Lichtverhältnissen (je nach gezeigter Powerpointfolie wird’s im Saal mal heller, mal dunkler) wäre die Automatik sonst permanent am Nachregulieren – und das wollte ich logischerweise auf jeden Fall vermeiden. Nicht mehr verzichten möchte ich übrigens auf die großen, sehr guten Displays beider Panasonic-Geräte. Die ermöglichen zum einen die komfortable Bedienung der verschiedenen Touch-Funktionen. Zum anderen haben sie mir auch ermöglicht, nicht während der gesamten Dauer der Veranstaltung hinter beiden Camcordern stehen zu müssen – die Bildkontrolle funktioniert auch hervorragend (sitzend und) aus zwei Metern Entfernung.
Was mir im Vergleich mit einem bei mir sonst im Einsatz befindlichen, etwas älteren Panasonic-Modell außerdem positiv aufgefallen ist? Der Akku wird seitlich entnommen, das Maschinchen kann also auf dem Stativ verbleiben (wobei ich natürlich mit Netzteil gedreht habe). Das Wechseln der Speicherkarten ist im Prinzip auch einfacher als früher – allerdings nicht, wenn der Camcorder auf einem Stativ montiert ist. Allerdings kommt das ja auch nicht so häufig vor – bei mir war in den Kaffeepausen ausreichend Zeit, den Wechsel vorzunehmen. Schade auch, dass das Netzteil keine Möglichkeit mehr bietet, einen Akku direkt zu laden. Das ist nur noch im Camcorder selbst möglich.

Zum Einsatz kamen insgesamt sechs Speicherkarten mit jeweils 16 GB Kapazität. Eine Karte reicht im gewählten Modus für rund vier Stunden Aufzeichnung. Allerdings musste ich erst googeln, um herauszufinden, wodurch sich die einzelnen Aufnahmemodi konkret unterscheiden. Folgende detaillierte Angaben habe ich leider nicht im Handbuch, sondern (immerhin) in einem Forum gefunden:

Bildgröße
HA/HG: 1920×1080/50i, 1920×1080/50p
HX: 1920×1080/50i
HE: 1440×1080/50i

Datenrate
HA: 17Mbps (VBR)
HG: 13 Mbps (VBR)
HX: 9 Mbps (VBR)
HE: 6 Mbps (VBR)

… was zu folgenden ungefähren Aufnahmedauern führt (bei 16GB-Speicherkarten):
HA: 2 h
HG: 2 h 40 min
HX: 4 h
HE: 6 h

Für mich hieß das: HX war das Mittel der Wahl, da ich keine größeren als die bereits vorhandenen 16GB-Speicherkarten extra kaufen wollte. Mit der Qualität bin ich absolut zufrieden. Ich kann beide Camcorder – der X900M hat übrigens einen eingebauten 32GB-Speicher – mit voller Überzeugung empfehlen.